Versegatdam

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Donnerstag, 29. November 2018

Herbst 2018 in Amsterdam und Zeeland


Hallo alle zusammen,

wir sind nun schon 4 Wochen von unserer letzten Reise diesen Jahres zurück und haben euch noch nichts davon berichtet. Das ändert sich hiermit.

Am 09. September fuhren wir los, zunächst nach Amsterdam. Wir fuhren zum Campingplatz „het Amsterdamse Bos“, in Amstelveen, unweit des Flughafens Schiphol. Dort hatten wir uns für eine Woche einquartiert. 

Wir liefen jeden Tag zu einer Metrostation (ca. 2 km) und fuhren von dort aus nach Amsterdam Centraalstation. Das ging gut, war etwas zeitaufwändig, erschien uns aber, als der für uns beste Weg. Wir hatten auch überlegt, mit dem Wagen reinzufahren, aber es gibt eine ziemliche Parkplatznot in Amsterdam. Man hat zwar unzählige Rolliparkplätze, aber sie haben alle ein Kennzeichen, sind also für einen dort wohnenden Rollstuhlfahrer reserviert. Ansonsten gab es entlang der Kanäle wenig bis keine Lücken, für uns zum Parken. Wir waren also froh, dass wir auf diese Art und Weise in die Stadt kamen, ohne stundenlang wegen eines Parkplatzes rumkreisen zu müssen.

Wir liefen an wohl allen Grachten und Kanälen entlang, immer wieder über Brücken rauf und runter, was sich als ganz schön anstrengend herausstellte, da die Brücken meist recht steil rauf und ebenso steil wieder runter gehen. Wir haben einen Tag im van-Gogh-Museum verbracht und haben uns dort alles erklären lassen, was es über Vincent van Gogh zu sagen gibt, bis hin zu der dubiosen Angelegenheit mit dem abgeschnittenen Ohr…. Wir hatten zuvor die Eintrittskarten online gekauft (geht gar nicht anders), hatten keine Wartezeit beim Eintritt und bekamen einen Audioguide, mit diesem liefen wir dann in unserem eigenen Tempo und Lust durch das mehrstöckige Museum. Überall Bänke zum Ausruhen und Verweilen um die Kunstwerke in Ruhe zu betrachten. Erstaunlich, aber nicht selten, dass auch hier die berühmten Werke (z.B. Sonnenblumen) viel kleiner sind, als man sie sich eigentlich vorgestellt hat. 

Auf dem Rückweg vom van-Gogh-Museum führte unser Weg durch das Rijksmuseum hindurch, welches wir eigentlich auch ansehen wollten, dann aber, wegen des herrlichen Wetters lieber einen weiteren Tag an den Grachten und Kanälen verbringen wollten. Somit haben die „Nachtwache“ nur auf einem Transparent außen am Museum und in Form von Bronzefiguren auf dem Rembrandtplein gesehen. Das war uns für dieses Mal ausreichend. 

Nach einigem Suchen und Rumfragen fanden wir dann auch die, offenbar einzige, Reederei die Grachtenfahrten für Rollstuhlfahrer organisiert. Es war ein Stück zu laufen, von der Metrostation aus, aber es hat sich gelohnt. D. wurde mittels einer einfachen Ladeplattform vom Steg in das Boot geliftet und schon war er unten und an Bord. Die Fahrt dauerte  zwei Stunden und brachte uns zu fast allen Sehenswürdigkeiten Amsterdams und sogar raus auf das Ij und in den Hafen, wo mehrere Kreuzfahrtschiffe und vor allem viele Flusskreuzfahrtschiffe lagen. Ein wunderschöner Tag. Wir hatten auch großes Glück mit dem Wetter, es war an fast allen Tagen herrlich warm und sonnig, so dass wir uns in aller Ruhe alles was uns sehenswert erschien anschauen konnten. An der ein oder anderen Stelle kamen wir auch mehrmals vorbei, aber das hat nicht weiter gestört. Gut gefallen hat uns u.a. auch der schwimmende Blumenmarkt, der jetzt, im Herbst, ein Blumenzwiebelmarkt ist. Unglaublich die Vielfalt der Pflanzenwurzeln und Knollen und Zwiebeln. Wir haben ja keine Ahnung von Blumen, aber die bunte Vielfalt der verpackten Waren hat uns schon beeindruckt. Natürlich fehlten auch die Cannabis-Starter-Sets nicht. ….

So verging die erste Woche unserer Herbstreise wie im Flug, an dem einzigen regnerischen Tag fuhren wir mit dem Wagen raus zur Insel Marken, die eigentlich mittlerweile fast eine Museumsinsel ist. Sie hat das gleiche Schicksal erlitten, wie so manche schöne Ferienregion, sie wurde aufgekauft von Ferienhausbesitzern, die dort bestimmt im Sommer zahlreich vorhanden sind, was aber außerhalb der Saison dazu führt, dass alles recht ausgestorben, verschlossen und leer aussieht.

Am 17.09. zogen wir nun um, und erreichten am frühen Nachmittag unseren Lieblingsplatz, Minicamping de Visser in Boudewijnskerke. Weil immer noch warmes und sonniges Wetter war, war auch der Platz noch richtig belebt. Ja, und nun taten wir, was wir immer wieder und wieder gerne tun, wenn wir dort sind. Laufen.  Laufen zur Rettungsstation von Westkapelle vom Campingplatz aus und  über alle möglichen Wege und Strandpromenaden, über den Damm in Breezand und auf Neeltje Jans. Solange das Wetter warm genug war, auch gerne verbunden mit Sitzen auf einer vielen Bänke, um die Sicht auf das Meer, den Hafen, den schönen Ort undsoweiter zu genießen. 

Am 05. Oktober war Kustmarathon und wir waren ab Mittag auf dem Deich und schauten zu. Es war wieder einmalig,  schon von weitem den nicht enden wollenden Zug der Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu beobachten, zu sehen, dass dort Alt und Jung, Schlanke und weniger Schlanke, Menschen mit Gehstöcken, sogar Blinde mitgehen. An vielen Stellen gab es Lifemusik und überall war beste Stimmung. Hat wieder riesig Spaß gemacht.

So allmählich sanken die Temperaturen, wir mussten im Wohnwagen mehr heizen und auch tagsüber wurde es deutlich frischer, jetzt verbrachten wir wieder mehr Zeit im Bus am Deich und genossen von dort aus das Meer. 
In der letzten Woche (30.10. bis 04.11.) zogen wir auf den Campingplatz Weltevreden in Zoutelande um, weil bei unserem Platz die Saison endete und wir auch schon mehrere Tage alleine dort waren. Weltevreden ist ganzjährig geöffnet, weshalb es jetzt um diese Zeit dort auch viel belebter ist, wie auf den überall schließenden Minicampingplätzen. Mittlerweile wurde auch die Uhr auf Winterzeit umgestellt und unser Zeitfenster zum Draußensein hatte sich um eine Stunde verkürzt. So schwer es auch fiel, aber es war Zeit nach Hause zurück zu fahren. Wenn ich richtig gezählt habe, sollten es 140 Tage sein , bis wir hoffentlich wieder aufbrechen können. 
Drückt uns die Daumen, dass es gelingt.
Und jetzt wünschen wir euch allen eine gute Zeit, kommt gut durch den Winter und bleibt gesund.
Beste Grüße DuC

Samstag, 1. September 2018

Sommer in Otterndorf 2018


Hallo alle zusammen,

endlich wollen wir euch wieder ein wenig von uns erzählen.

Es war so ein toller Sommer. Das Wetter war einzigartig gut und wir konnten den Norden so richtig genießen. Natürlich war es oft heiß und hinter’m Deich ging kaum ein Lüftchen und auch nachts war es im Wohnwagen oft noch sehr warm. Aber die Freude an diesem Wetter war eben auch riesengroß und wir waren froh, der Gluthitze hier in der Stadt, in dem Talkessel entronnen zu sein. Wir liefen oder fuhren also einfach ans Wasser, dort geht immer eine frische Brise, ist doch das Meer so freundlich und bringt mit jeder Flut erfrischendes Wasser an Land. So konnten wir es gut aushalten und unsere Ausflüge ins Hinterland verschoben wir einstweilen.

Der erste Ausflug, gleich am ersten Wochenende, brachte uns mit der Fähre über die Elbe nach Schleswig-Holstein, genau gesagt nach Brunsbüttel, wo wir uns die „Wattolümpiade“ angeschaut haben. Es ist kein Schreibfehler, diese Veranstaltung schreibt sich mit „ü“…. Es ist unglaublicher Spaß. Die „Wattlethen“ kämpfen in den Disziplinen: Schlickschlittenrennen, Aalstaffellauf, Volleyball, Handball und Fußball…. soweit so gut, aber sie kämpfen im Watt, im Schlick, teilweise knietief. Eine ziemlich kraftzehrende Angelegenheit und keiner bleibt sauber. Und für die Zuschauer ein unglaublicher Spaß. Unbedingt erwähnenswert: es wurde für Rollstuhlfahrer eine eigene Aussichtsplattform gebaut, damit auch sie freie Sicht auf das Watt und das sportliche Geschehen dort hatten. Hierfür kann den Organisatoren nur herzlich gedankt werden. Wer gerne etwas mehr über diese Veranstaltung nachlesen möchte kann dies hier tun.

Einen sehr schönen Ausflug machten wir auf die Elbinsel Krautsand, eigentlich eine Halbinsel. Eine landschaftlich schöne Insel, ein schöner Strand mit einem langen Steg und einem Anleger und einer wunderbaren Aussicht auf die Elbe mit ihrem Schiffsverkehr.

Das Dorumer Tief in der Wesermündung  war ebenfalls das Ziel einer Tagestour. Hier waren wir auch schon öfters, aber in den letzten Jahren war es zu frisch und vor allem zu windig, um den Leuchtturm Obereversand einmal zu besteigen. Dieses Jahr nicht. Eine herrliche Aussicht auf das Weltnaturerbe Wattenmeer und auf den Strand und den Kutterhafen Dorumersiel hat man von dort oben.

Ein weiteres Mal zog es uns an die Weser, nämlich nach Bremerhaven. Wir hatten einige Tage zuvor eine „dicke Pötte Tour“ gebucht und so ging es um 14.00 Uhr auf’s Schiff und durch eine Schleuse raus auf die Weser, wo eben die „dicken Pötte“ an den riesigen Kränen gelöscht und neu beladen werden. An der berühmten Kolumbuskaje, von wo zu früheren Zeiten die Auswandererschiffe ablegten, lag sogar ein Kreuzfahrtschiff, an dem wir dann recht dicht vorbeifuhren. Ein sehr schöner Tag und der letzte richtige Hitzetag. 
Schon auf der Weser sahen wir von Westen die ersten Wolken kommen und es war für den Abend Regen angesagt. Wir fuhren also immer vor den Wolken her, zurück zum Campingplatz und erreichten diesen auch noch trockenen Fusses bzw. Reifens, doch kaum waren wir im Wohnwagen, ging ein unglaubliches Unwetter über uns nieder. Selten haben wir den Wind derartig heulen gehört, da konnte es einem kurzzeitig Angst und Bange werden. Zum Glück waren diese Orkanböen bald durchgezogen und es prasselten „nur“ noch Regen- und Hagelschauer auf uns nieder. Nach einer knappen Stunde war der Spuk vorbei und es wurde wieder schön, aber nicht mehr so heiß. Einige hatten ihre Vorzelte eingebüßt und ein junges Pärchen hatte alles klatschnass, weil deren Zelt dem Ganzen nicht standgehalten hatte, sie schliefen in dieser Nacht im Vorraum des Sanitärgebäudes...

Da es jetzt nicht mehr so heiß war, sondern einfach „nur“ sommerlich warm, machten wir auch noch einen Ausflug nach Freiburg, wo man doch eine ganze Weile hinterm Deich lang läuft, bevor man die Elbe erreicht. Während der Zeit der Hitze und der Trockenheit war kaum noch grün in der Natur und auf dem Deich zu sehen. Doch schon nach 3 Tagen kam die Natur zurück und alles grünte wieder, bis auf den Mais, der leider tatsächlich unwiderruflich ruiniert war. Das es so schnell ging, hätten wir nicht gedacht. 
An den Tagen zwischen den hier beschriebenen Ausflügen waren wir entweder in Otterndorf am Strand oder an einem der vielen Strände bzw. der alten Liebe in Cuxhaven. Wir bekamen auch wieder Besuch und wir besuchten das ein oder andere Fest, welche hier im Sommer immer wieder stattfinden.
Tja, und so vergingen die 5 Wochen wieder rasend schnell und wir fuhren dann in einer, wegen gefühlten 1000 Baustellen und Staus, sehr langwierigen Heimfahrt  wieder zurück ins Tal, wo wir aber sofort damit begonnen haben, die Vorbereitungen für die nächste Reise in die Wege zu leiten.

Aber dazu mehr, wenn es soweit ist. Bis dahin habt es gut und bleibt gesund.
Beste Grüße DuC

Mittwoch, 11. Juli 2018

Frühsommer 2018 Pas-de-Calais


Guten Tag und bonjour,

bevor wir uns wieder auf die Achsen machen, wollen wir euch schnell ein wenig von unserem Aufenthalt in Wimereux, am Ärmelkanal in Nordfrankreich berichten.

Pfingstsonntag fuhren wir in einer staufreien und problemlosen Fahrt nach Pas-de-Calais, wieder zum Camping L’Olympic in Wimereux, wo wir schon mehrfach waren.

Es hat uns wieder sehr gut gefallen und wir hatten eine schöne Zeit dort. Das Wetter war überwiegend sehr gut, es hat kaum geregnet, ab und zu war es nebelig und dann auch frisch und ungemütlich, aber mehrheitlich hatten wir schöne, sonnige Tage. Auch in der Zeit als Wuppertal zweimal von heftigen Unwettern heimgesucht wurde, hatten wir nichts dergleichen, sondern saßen nett in der Sonne am Strand.

Wir haben wieder sämtliche Urlaubsorte von Calais über Boulogne-sur-mer, über le Touquet bis nach Berck-sur-mer abgeklappert und sind dort über alle Strandpromenaden gelaufen und haben die teilweise sehr schönen Orte angeschaut.

Ein besonderer Tag, war der, an dem wir ins Meereszentrum Nausicaá in Boulogne gingen. Hier waren wir vor zwei Jahren ja schon einmal und es hatte uns so gut gefallen. Im letzten September war dort eine Großbaustelle, weil das Meereszentrum vergrößert werden sollte. Als wir abreisten, war grade das Fundament gegossen und erste Kräne wurden aufgestellt. Ja, was soll man sagen, jetzt war alles fertig und es war schon neu eröffnet worden. (vielleicht sollten die Bauherren vom Berliner Flughafen bei denen vom Nausicaá mal nachfragen, wie man so etwas macht…. ).
Jedenfalls wurde dort ein gigantisches Wasserbecken in dem Neubau installiert, in dem die Wasserwelt rund um eine Insel im Pazifik reproduziert wird, samt Flora und Fauna. Diese Wasserbecken umrundet man während des Aufenthaltes und es gibt immer wieder neue Ein- und Ausblicke , fast so, als stünde man mitten im Wasser. Mal ging man durch einen Tunnel durch das Wasser, mal war man auf einem Balkon von oben/unten und rechts/links von Wasser umgeben. Das Highlight war aber eine gigantische Glaswand, durch die man in dieses riesige Wasserbecken schauen kann. Wir waren viele Stunden dort im Meereszentrum und es hat uns, insbesondere der Neubau, sehr gut dort gefallen .

Schön waren auch die Ausflüge zu den beiden Caps (nez gris und blanc nez). Die dort angelegten Wege sind gut mit dem Rolli zu gehen und man kann dort auf verschiedenen Aussichtsplattformen gut über den Ärmelkanal und den dortigen Schiffsverkehr schauen, bei gutem Wetter sieht man die britischen Kreidefelsen.

Natürlich waren wir auch oft bei uns in Wimereux auf der Promenade, wo wir an unseren Lieblingsstellen saßen und dem Kommen und Gehen von Ebbe und Flut zuschauten, dabei das ein oder andere Eis, Gaufre oder Crêpe genossen, mmh…und zahlreichen Kindern und Jugendlichen beim Segeln-, Surfen- oder Kiten-Lernen zuguckten. Immer wieder waren an Wochenenden auch Kite- und Surfwettbewerbe, bei denen die Teilnehmer mit ihren bunten Segeln und Schirmen den Strand bevölkerten.
Es gab also immer was zu gucken.

Man glaubt gar nicht, wie schnell fünf Wochen herum sind und man sich schon wieder auf dem Heimweg befindet. Aber, nach der Reise ist vor der Reise und so sind wir bereits wieder mit Packen und Räumen beschäftigt. Aber dazu mehr, wenn es soweit ist, davon zu erzählen.

Nun habt alle erst einmal einen schönen Sommer, nachdem wir doch schon so ein schönes Frühjahr hatten. Habt es gut und bleibt gesund. Beste Grüße DuC

Montag, 14. Mai 2018

Frühjahr 2018


Ja…. hallo alle zusammen.

Endlich will ich mal wieder hier ein paar Zeilen schreiben. Sind wir doch nach den ersten 5 Wochen in unserem rollenden Heim schon wieder zuhause.

Nachdem der Winter, (grau und nass und in den letzten Wochen auch unangenehm kalt), endlich einigermaßen zu Ende war, fuhren wir 2 Wochen vor Ostern wieder los, endlich wieder nach Walcheren. Wir konnten es dann aber auch kaum erwarten rauszukommen.

Auf Walcheren lag die Natur auch noch im Winterschlaf, war noch alles grau und nur auf dem Waldboden wagten sich erste grüne Pflänzchen aus dem Boden. Auch wehte noch oft ein frischer, kalter Wind, aber es war auch schon oft sonnig, so dass die noch einstelligen Tagestemperaturen im Windschatten und in der Sonne relativ angenehm erschienen. Nach 2-3 Stunden setzten wir uns dann doch gerne in den Bus rein und genossen das Meer und die Brandung von dort aus, geschützt vor Wind und gewärmt von der Sonne.

Eine Woche nach Ostern kam die Wetterwende und es wurde warm und wärmer, fast schon sommerlich. Tatsächlich konnte man an einigen Tagen bereits ohne Jacke draußen rumlaufen und auch längere Zeiten auf einer Bank oder am Strand sitzen. Herrlich. Und nun explodierte die Natur regelrecht, teilweise kam es einem vor, wie in diesen Naturfilmen wo man im Zeitraffer sieht, wie etwas erblüht. Man meinte, man könne es allerorten wachsen hören. Auf die Krokusse (sie gab es schon als wir ankamen) folgten Narzissen, weiter ging es mit Hyazinthen und Tulpen, alles zügig hintereinander. Natürlich blühten auf einmal auch alle Bäume und Büsche, so schön, nach dem langen und grauen Winter.

Nach dem „Sommerwetter“ wurde es dann aber doch noch einmal dem Frühjahr entsprechend frisch, so dass wir auch noch mal die Winterjacken rausholten. Aber es war sonnig, so dass man nur, wenn man sich irgendwo hinsetzen wollte, Windschutz suchen musste.

Die Zeit verging wie immer viel zu schnell und bald kam schon wieder der Tag der Abreise. Nun sind wir also erstmal wieder zuhause und richten alles wieder für eine weitere Reise her. Wir werden euch natürlich davon berichten. Bis dahin, euch allen weiterhin ein schönes Frühjahr, 
viele Grüße von Duc

Donnerstag, 23. November 2017

Herbst 2017

Ihr Lieben, da sind wir endlich wieder mit einem neuen Beitrag hier und jetzt.

Wie im Sommer bereits angekündigt, fuhren wir am 10.09. nach Wimereux nahe Boulogne-sur-mer auf den dortigen Camping municipal L’Olympic. Auf diesem Platz waren wir im vergangenen Jahr auch schon und es hatte uns dort gut gefallen und wir hatten nette Menschen aus England und den Niederlanden kennengelernt, die wir dort gerne wieder treffen wollten. Die Niederländer waren auch dort und die beiden Briten konnten leider aufgrund eines größeren technischen Problems an ihrem Wohnmobil nicht kommen. Schade. (R. und H., wir hoffen wir sehen euch im nächsten Jahr!)

In der ersten Woche stürmte es heftig, so sehr, dass es in einer Nacht bei zwei Campingnachbarn die Vorzelte zerlegte. Wir hatten wohlweislich gar nichts draußen, kein Zelt, keine Markise, lediglich unsere SAT-Schüssel wackelte und das Fernsehbild verpixelte immer mal wieder. Grandios war allerdings während dieser Zeit die Brandung mit der unglaublichen Gischt, die vor Boulogne auf die Kaimauer und den dortigen Leuchtturm knallte. Es sah oft aus, als sei dort eine Explosion passiert. Wir haben schon einiges an spektakulären Brandungen erlebt, aber dies übertraf alles was wir bisher gesehen hatten.

Danach beruhigte sich das Wetter und wurde erst mal wieder schön spätsommerlich warm, so dass wir oft bei unseren Ausflügen ohne Jacke oder nur mit einer Weste auskommen konnten. Wir fuhren in alle Badeorte nördlich und südlich von Wimereux und wir fuhren dieses Jahr noch ein Stück weiter südwärts bis Berck-sur-mer. Auch hier hat es uns gut gefallen und möchten dort gerne nochmal hin. Es fielen uns dort ungewöhnlich viele Rollstuhlfahrer/innen auf bzw. Menschen mit Unterarmgehhilfen, teilweise auch mit Prothesen. Und dann sahen wir auch die „Quelle“. Dort ist von der Uniklinik in Paris eine orthopädische Station ausgelagert, das erklärte wohl die ungewöhnliche Dichte an Menschen mit Handicap.

In diesem Jahr fuhren wir auch an einem Tag nach Étaples-sur-mer. Bisher waren wir dort immer nur durchgefahren, auf dem Weg nach le-Touquet.  An einem wenig sonnigen Tag fuhren wir also dorthin und schauten uns die Ausstellung über Fischerei früher und heute und die Folgen für die Meere und die Umwelt an. Der französischsprachigen Führung konnten wir inhaltlich nicht folgen, aber das meiste war auch mit englischsprachigen Tafeln versehen, so dass wir uns gut informieren konnten.

Immer wieder gingen wir gerne in Wimereux an den Strand, über die schöne Strandpromenade mit den vielen weißblauen „les cabines“, den Strandhäuschen, in denen man allen möglichen Kram und vor allem Liegestühle aufbewahrt, die Häuschen,  vor -bzw. je nach Wind und Wetter-   in denen man sitzt, liest, schaut und schwatzt.

Am unserem letzten Samstag fand auf der Strandpromenade noch ein „Massen-Line-Dancing“ statt. Hunderte von Menschen in Countryklamotten trafen sich dort um auf Kommando –über Lautsprecher- alle auf einmal zu zwei Musiktiteln in einer einzigen Linie entlang der Promenade zu tanzen. Um welche Tänze zu welchen Musikstücken es sich handelte wurde vorher über die Internetseite vom Line-Dancer-Club Wimereux bekannt gegeben. Danach löste sich diese kunterbunte Ansammlung von countrymusikbegeisterten Menschen auf und alle gingen ihres Weges … was es nicht alles gibt.

Gegen Ende der 3 Wochen die wir dort waren, wurden „les cabines“ von Tag zu Tag weniger, da sie offenbar bis Mitte Oktober alle abgebaut sein mussten. Auch kam eines Morgens der Bäcker nicht mehr, der uns das frische Baguette auf den Campingplatz brachte. Es kam überall „Saisonende-Stimmung“ auf, auch auf dem Campingplatz waren es von Tag zu Tag weniger Camper, die noch dort waren, meist nur Wohnmobile, die abends kamen und morgens weiterfuhren. Auch die netten Niederländer reisten dann ab und wir machten am 02. Oktober an dieser Stelle auch Schluss….. allerdings….. wartet es ab…. Es geht noch weiter.....


….. und und zwar so:

Wir fuhren also am 02. Oktober in Frankreich ab, aber wir fuhren nicht nach Hause. Wir hatten uns überlegt, dass es günstiger sei, direkt nach Walcheren zu fahren, ohne zuvor 450 km nach Hause und wenige Tage später 320 km nach Boudewijnskerke zu fahren. Der direkte Weg von Wimereux nach Boudewijnskerke über Gent und den Tunnel von Terneuzen ist grade mal 230 km. Und so hatten wir bis Gent das Gefühl von „Nachhausefahren“ und ab da das Gefühl von „hurra, wir fahren nach Walcheren“.
Dort war auch noch überhaupt kein Gefühl von Saisonende. Der „Minicamping de Visser“ war gut besucht und wir waren in der gesamten folgenden Zeit nicht alleine dort, was uns sehr gut gefallen hat. Auch war das Wetter gut und wir hatten nur wenige graue und ungemütliche Tage. Aber es war nie so schlecht, dass wir hätten im Wohnwagen bleiben müssen. Um zum Zeedijk zu fahren und dort zu sitzen und bei einem Hörbuch oder schöner Musik die Brandung und den Schiffsverkehr zu beobachten hat es immer gereicht.

Wir sind auf jeden Fall sehr viel gelaufen. Ich war so froh, dass ich dies nun auch wieder gut konnte und zwar, ohne mich noch länger am Rollstuhl festzuhalten. D. fuhr sehr oft mit seiner Zugmaschine und ich ging „freihändig“ ohne Festhalten und Abstützen, konnte fotografieren, mein eigenes Tempo gehen und so weiter. Herrlich.

Gerne wären wir ja beim Kustmarathon mitgelaufen, aber das hätte meine Kräfte dann doch überfordert. Es war jedenfalls ein Riesenevent dort. An drei Tagen gab es verschiedene Läufe, für Männer, Frauen, Kinder, Junge, Alte in unterschiedlichen Distanzen. Am Sonntag war dann Wandelmarathon (wandel = gehen). Es ging in Renesse los und endete in Zoutelande (43 km) immer an der Küste längs. Wir sind in Westkapelle zum Deich gefahren und haben uns diesen nicht enden wollenden Strom von gehenden Menschen (wir haben Startnummern über 5000 gesehen) angeschaut. Auch hier war wieder alles vertreten, vom Kind bis zum durchaus älteren Menschen, Blinde mit Begleitpersonen oder Rollstuhlfahrer, es war alles vertreten. Und es war eine tolle Stimmung, zumindest auf dem Stück wo wir dem Ganzen zugeschaut haben. Blaskapellen, Salsagruppen und jede Menge Zuschauer, die die Läufer anfeuerten verbreiteten gute Laune. Und das alles ohne Bierstände und Fressbuden.

Unsere Ausflüge führten uns in alle bekannten Orte durch die wir gerne laufen, an alle schönen Stellen, wo man gut eine längere Strecke laufen kann, wie z.B. Breezand. So waren wir aber auch wieder in Veere, Zoutelande, Vlissingen, Middelburg und –erstmals- auch in Goes. Hat uns gut gefallen dort, ist aber vor allem eine Einkaufstadt mit unglaublich vielen Läden und Outlets und Boutiquen, erfreulicherweise nur wenige Kaufhausketten. Also für einen regnerischen Tag ein gutes Ziel. Der kleine Binnenhafen gefiel uns gut, allerdings war es ein sehr grauer Tag, was es etwas langweilig machte. Dort wollen wir wohl gerne nochmal bei schönem Wetter hin und rumlaufen.

Am unserem letzten Sonntag dort, war in Vlissingen noch Strandcross. Wir konnten uns nicht so viel drunter vorstellen, allenfalls, dass man vielleicht mit Quads dort lang brettert? Falsch gedacht. Es handelte sich um ein Motorradrennen in verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen und entsprechenden Geländemotorrädern. Der Boulevard war gesperrt und vollgestellt mit riesigen Wohnmobilen und Technikfahrzeugen der einzelnen Teams. Unten am Strand war ein Cross-Parcours errichtet, dass man den sonst so beschaulichen Strand kaum wieder erkannte. Der Boulevard war rappelvoll mit Menschen und es stank nach Benzin und es war ein Lärm, der uns –vor allem beim Start- an einen Schwarm wütender Hummeln erinnerte (besser gesagt, so stellen wir uns das vor, erlebt haben wir zum Glück noch keinen Hummelschwarm…)Wir sind dann einmal dort entlang gegangen, haben ein kleine Weile zugeguckt und haben dann gesorgt, dass wir raus auf die Mole und zur Windorgel kamen, dort hörte man von dem Treiben da am Strand nichts mehr, weil der Wind auf besagter Orgel tüchtig blies und tutete. Sehr schön.

Alles in allem war es eine so tolle Zeit auf Walcheren, dass wir –weil auch das Wetter noch so toll war- statt der geplanten 3 Wochen insgesamt 5 Wochen dort geblieben sind. Was will man noch mehr?? Na klar, wieder hin, nach Walcheren! Wir haben uns mal für Ostern angemeldet und hoffen, dass es uns gelingt, dieses Ziel zu erreichen. Dazwischen liegen die Wintermonate zuhause, die wir mit einigen Erledigungen und Besuchen auszufüllen versuchen, damit wir euch dann im Frühjahr an dieser Stelle wieder von unseren Touren berichten können.

Bis dahin bedanken wir uns bei allen für’s Lesen und für die Reaktionen die uns erreichen. Wir wünschen euch allen einen gemütlichen Winter, schöne Feiertage und kommt gut in das neue Jahr. Bleibt gesund, der Rest kommt von allein.

Alles Liebe DuC 






Samstag, 26. August 2017

Otterndorf 2017



Hallo liebe Leserinnen und Leser,

da sind wir endlich wieder. Dieses Mal hat es lange gedauert, bis ihr wieder von uns hier lesen könnt. Die meisten von euch werden es bereits mitbekommen haben, der Grund warum wir erst im Juli dieses Jahres aufbrechen konnten, war der, dass ich leider im April und Mai im Krankenhaus war, um zwei neue Hüftgelenke zu bekommen .Die beiden alten waren absolut nicht mehr zu gebrauchen und die Schmerzen am Ende fast unerträglich. So weit, so gut. 

Am 16. Juli war es dann aber doch endlich soweit. Nachdem sowohl am Fahrzeug als auch am Wohnwagen noch technische Nachrüstungen gemacht wurden, damit ich es leichter habe, D. umzusetzen, bzw. in den Wohnwagen rein zu bekommen ging es endlich los. Wieder an unser Lieblingsziel an der Nordsee, nach Otterndorf. Hatten wir uns ja letztes Jahr schon unseren Platz dort gesichert, konnte es jetzt endlich wahr werden. 

Es war wieder herrlich dort. Das Wetter war deutlich besser, als in NRW, wenngleich es kein heißer Sommer war. Es reichte nur an wenigen Tagen für kurze Hosen und wirklich leichte Sommerkleidung. Meist war es notwendig eine Jacke oder einen Pulli dabei zu haben, da oftmals am Wasser ein frischer Wind wehte. Auch gab es kaum warme Nächte, was uns eigentlich gefiel, schläft es sich doch leichter, wenn die Temperaturen unter 20° sinken….. 

In Otterndorf und Cuxhaven fanden wir wieder, was wir immer gerne haben. Jede Menge schöne Wege am Wasser entlang, Strandkörbe, dicke „Pötte“ auf der Elbe, viel Fisch und viel gute Laune und Urlaubsfeeling. Natürlich machten wir auch einige Ausflüge in die nähere oder etwas fernere Umgebung. 

An einem Tag fuhren wir nach Hamburg und schauten uns dort die Elbphilharmonie an. Ja, es hat ewig gedauert bis sie fertig war und ja, sie war wahnsinnig teuer, aber: sie ist auch einzigartig schön geworden. Die ganze Hafencity hatte uns sofort gefallen und mittendrin dann diese Perle. Wir waren total begeistert. Man kann mit einem Aufzug auf die sog. Plaza rauffahren. Das ist der Teil wo das alte Packhaus endet und das neue Konzerthaus aufgebaut wurde. Dazwischen ist eine wunderschöne Aussichtsplattform gebaut worden, die ihres gleichen sucht. Man kann einmal ganz rumgehen und es gibt im Innenbereich auch attraktive Bereiche, sowie natürlich einen Shop damit die Touristen sich mit Taschen, Tassen und all dem Kram ausstatten können. Die Aussicht rundum auf Hamburg ist super. Man sieht weit in den Hafen hinein, die Elbe hinab, man sieht die Landungsbrücken ebenso wie die Speicherstadt und die Hafencity. Viel zu schnell verging die Zeit und so haben wir auf dem Weg zurück nach Otterndorf nur noch kurz im Fischereihafen vorbeigeschaut und sind dann aber auf die Autobahn um später mit der Fähre von Glückstadt nach Wischhafen überzusetzen, um zurück zu kommen. 

Ein zweites Mal fuhren wir über die Elbe nach Schleswig-Holstein, um dort im kleinen Örtchen Wewelsfleth den Traditionssegler„Peking“ anzuschauen, der einige Tage zuvor mit einem Dockschiff aus New York nach Brunsbüttel gebracht worden war. Leider fand dies zu Tageszeiten statt, an denen wir nicht rechtzeitig hätten in Brunsbüttel sein können. So sahen wir sie aber immerhin noch in der Peters Werft am Kai liegen. Das Schiff wird jetzt für etliche Millionen restauriert und soll dann in Hamburg im Schifffahrtsmuseum seinen endgültigen Liegeplatz finden.

Wir fuhren auch wieder gerne nach Bremerhaven und dieses Mal an einem sonnigen und schönen Tag. In den letzen Jahren fuhren wir hier immer hin, um ins Museum oder ins Klimahaus zu gehen, dies war dieses Mal nicht unser Plan. Wir wollten Bremerhaven einfach mal bei schönem und sonnigem Wetter erleben. Wir sind dann noch in dem kleinen Zoo am Meer gewesen und waren erstaunt, wie es dort gelungen ist, auf ziemlich kleiner Grundfläche ein recht weitläufiges Wegenetz zu schaffen. Aber wie in den meisten Zoos tun uns die Tiere bald leid, wie sie dort eingesperrt sind, so schön und „artgerecht“ die Gehege auch sein mögen. Alles in allem war es aber ein schöner Tag, der uns rundum gut gefallen hat. 

Wie in jedem Jahr besuchten wir auch wieder Freiburg an der Elbe. Ein kleiner aber schöner Flecken mit einem schönen Spazierweg raus ans Elbeufer. Wir hatten etwas Bedenken, ob ich die weite Strecke schaffe, aber es war kein Problem und ich konnte gut hin und zurück laufen. Am Ende des Weges erwartet einen ja auch eine Bank, sowie ein Steg zum Watt bzw. ins Wasser je nach Wasserstand und eine herrlich altmodische Pumpe zum Abspülen von „Schlickfüßen“. Da draußen ist es so wunderbar ruhig, man hört nur Vogelstimmen, Wind und –wenn welche vorbeifahren- die Schiffsmotoren. Man kann also gut dort sitzen und den Tag genießen und sich ausruhen. Später gab es im kleinen Hafen noch eine Auszeit mit leckerem Eis und so war auch dieser Tag für uns sehr schön. 

An allen anderen Tagen waren wir abwechselnd am Strand in Otterndorf, in Duhnen, Döse und Grimmershörn, an der alten Liebe und im Hafen von Cuxhaven unterwegs. Das Wetter war nie so schlecht, dass wir den Campingplatz nicht hätten verlassen können. Es gab auch nur wenige Tage in denen wir längere Zeiten im Wagen saßen und auf die Elbe und die „Pötte“ schauten.
Alles in allem also waren die fünf Wochen, die wir dort waren sehr schön und wir haben uns, ihr könnt es euch gleich denken, für das nächste Jahr schon wieder angemeldet. 

Es wird auch in diesem Jahr noch eine weitere Reise geben und zwar wollen wir sowohl nach Wimereux (Nord-pas-de-Calais) als auch nach Boudewijnskerke (Zeeland). Da man immer wieder liest, dass es wenig schlau ist, seine Reisepläne oder Reisefotos im Internet zu veröffentlichen, während man selber nicht zuhause ist, haben wir uns das mal zu Herzen genommen und schreiben euch wahrscheinlich erst wieder, wenn wir von dieser Reise zurück sind.
Bis dahin liebe Grüße und alles Gute euch allen von DuC

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Herbstreise an die Ostsee



Hallo alle miteinander,

lasst euch heute von unserer letzten Reise dieses Jahres berichten, die uns nach Neustadt an die Ostsee führte. 

Wir starteten am 11. September und waren, als wir nach einer ziemlich langen Anfahrt (viele Baustellen und ebensoviele Staus) endlich am späten Nachmittag den Campingplatz Lotsenhaus in Neustadt erreichten, erstaunt, wie voll dieser noch war. Es war dort fast so belebt wie in der Hauptsaison. Aber das Wetter war ja auch noch super sommerlich und so nutzten viele die Gelegenheit noch einige schöne Spätsommertage zu verbringen. Es konnte noch in der Ostsee gebadet werden, wovon auch reichlich Gebrauch gemacht wurde, es waren viele Freizeitboote unterwegs und an den Stränden und Promenaden war von Nachsaison nichts zu spüren. Wir waren auch jeden Tag unterwegs. Jeden Tag eine andere Promenade, eine andere Seebrücke, wovon es an der Ostsee reichlich gibt. So sind wir also von Travemünde bis Kellenhusen fast die ganze Küstenlinie entlang gelaufen, lediglich Timmendorf haben wir ausgelassen und in Scharbeutz waren wir auch nur einmal, weil es uns dort nicht so gut gefiel wie in den anderen Orten. 

Nach knapp 2 Wochen Sommer kam dann frischer Ostwind auf, es gab sogar eine Sturmflutwarnung, weil der heftige Wind die Ostsee in die Lübecker Bucht drückte. Tatsächlich schwappte das Wasser an vielen Stellen über die Ufer auf die Promenaden. Damit war dann das warme Sommerwetter vorbei und es folgte ein überwiegend sonniges aber windiges Herbstwetter mit tollem Licht und viel buntem Herbstlaub. 

Wir schauten uns nun so das ein oder andere an. Zuerst waren wir, weil sie schon am 03.10. endete, in der Landesgartenschau in Eutin. Es war ein wundervoll sonniger Tag und die tiefstehende Sonne beleuchtete die Blumenpracht einzigartig und selbst wir, als „Nicht-Gärtner“ und vollkommen ohne „grüne Daumen“ haben uns an den Pflanzen und den Farben nicht satt sehen können.
Am Ende der Seebrücke von Grömitz gibt es eine sog. Tauchglocke, die sogar für Rollstuhlfahrer zugänglich ist und so bestiegen wir diese spontan und „tauchten“ ab. Es geht ganze 4 Meter tief, aber man hat wirklich das Gefühl in der See zu tauchen. Leider gab an diesem Tag außer ein paar Quallen und einem kleinen Aal nichts zu sehen. Aber der halbstündige naturkundliche Vortrag war kurzweilig und interessant.
Wir waren in einem  Zoo in Grömitz, an diesem Tag war es viel zu windig, um am Strand rumlaufen zu können, aber zwischen den Gehegen und Tierhäusern ließ es sich gut aushalten und der Zoo ist -größtenteils zumindest- mit großen Gehegen versehen, so dass man das Gefühl haben konnte, es geht den Tieren relativ gut hier (man kennt ja auch andere…).
Wir waren im Hansapark in Sierksdorf. Nicht, dass wir auch nur ein Fahrgeschäft genutzt hätten, nicht für Geld und gute Worte, aber zugucken war interessant und lustig. Rollstuhlfahrer müssen keinen Eintritt zahlen, sie können die ganzen Fahrgeschäfte ja auch nicht nutzen, allerdings kann man als Rollstuhlfahrer an allen Shows teilnehmen, die im Laufe des Tages gezeigt werden. Haben wir natürlich gemacht. Ein schöner, kurzweiliger Nachmittag.
Lübeck haben wir uns natürlich auch angeschaut, das Holstentor, das Buddenbrockhaus und viele schöne alte Hansehäuser, sowie die Marzipanmanufakturen. Leider war es dort recht beschwerlich für uns, da praktisch überall Kopfsteinpflaster liegt, nur die Fußgängerzone ist mit glatten Platten versehen.
In Eutin haben wir dann, mehr oder weniger zufällig, im Ostholsteinischen Landesmuseum eine Kunstausstellung mit Werken des Düsseldorfer Künstlers Jörg Immendorf angesehen. Wir hatten Glück und konnten an einer Führung teilnehmen und uns die Bilder des an ALS erkrankten Künstlers erklären lassen, somit auch erkennen, in welcher Phase seines Lebens und seiner Erkrankung er die Bilder geschaffen hat. Sehr beeindruckend.

Allmählich wurde es immer herbstlicher, immer kühler, jetzt gab es auch mal regnerische Tage oder Stunden. In der 5. Woche, die wir dort waren, verkündeten die Wetterpropheten, in der kommenden Woche würde es erneut schön und  nochmal mit 16-17 Grad recht warm. So beschlossen wir, eine weitere Woche anzuhängen. Allerdings hatte das norddeutsche Wetter diese Vorhersagen nicht gehört, so dass es bei uns bei 9-10 Grad blieb, und auch die Sonne nur noch seltene Gastspiele gab. Deshalb waren auch die Drachentage in Grömitz eine ziemlich frische Angelegenheit, aber es gibt ja warme Jacken (kann man notfalls auch dort kaufen….) und so haben wir uns hier nochmal einen Nachmittag lang am Strand aufgehalten und haben die bunten Drachen am grauen Himmel angeschaut. 

Am Ende waren keine Strandkörbe mehr an den Stränden, kaum noch Segel- und Motorboote in den Marinas, war das ein oder andere Lokal für Monate geschlossen, nur noch wenig Laub an den Bäumen und als die ersten Lichterketten für die Weihnachtsbeleuchtung angebracht wurden, war es dann wirklich an der Zeit für uns, nach Hause zu fahren. So kamen wir letzten Sonntag nach einem erneuten Baustellen- und Staumarathon wohlbehalten wieder zu Hause an. 

Ja, ihr Lieben, das war es wohl für dieses Jahr für uns, mit dem Verreisen. Wir wünschen uns natürlich, dass es uns gelingen wird, auch im nächsten Jahr wieder loszuziehen. Pläne haben wir auf jeden Fall. 

Macht es erst mal alle gut, kommt gut und gesund durch den Winter, wo immer ihr ihn auch verbringt und wir freuen uns, wenn ihr uns im nächsten Jahr wieder bei unseren Reisen begleitet.
Seid herzlich gegrüßt von DuC