dicker Pott auf den Weg nach Hamburg

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Montag, 29. Juli 2013

Schwedensommer, Teil 2



Hejsan, ihr lieben Leserinnen und Leser,

bevor wir nun am Dienstag diesen wirklich schönen Flecken Erde verlassen werden, wollen wir uns noch einmal kurz bei euch melden.

Wie bereits berichtet, geht es hier am Siljansee deutlich ruhiger zu, als in der quirligen Großstadt Stockholm. Trotzdem waren wir auch hier viel unterwegs und haben uns so einiges angesehen und erlebt.

So waren wir zum Beispiel in Rättvik und sind dort über eine 800 m lange Holzpier in/über den See gegangen, am Ende ist eine kleine Insel, wo man schön sitzen und die grandiose Aussicht über das Wasser und die Landschaft genießen kann. Dort kann man es dann schon gut aushalten und die Seele baumeln lassen. Ebenso in Tällberg, ein hübsches kleines Örtchen, nicht weit vom Campingplatz, wo man jede Menge Kunst und Handwerk in kleinen Holzhäuschen anschauen und auch kaufen kann, oder sich einfach nur Anregungen holt, für eigenes Handarbeiten. Gerne sitzen wir ja auch immer wieder in kleinen Häfen oder auf Holzstegen und machen einfach nichts. 

Wir haben in Orsa den Bärenpark besucht. Hier leben einheimische Braunbären, aber auch und das war für uns neu, (wir waren mindestens 15 Jahre nicht mehr hier) Kamtschatka und Kodiakbären, sowie ein Eisbär.  Der Park liegt hoch oben auf einem Berg und ist an sich auch sehr steil, (ähnlich dem Wuppertaler Zoo an den steilen Stellen) und so hatten wir einiges zu schaffen, um dort rauf zu kommen, aber wie schon so oft, als es zu heftig wurde kamen kräftige Männer und packten mit an und halfen mir, D. hoch zu schieben.  Man kann hier über Stege über die Tiergehege gehen und die Bären von oben beobachten. Man kann auch viele schöne Fotos machen….. 

Ein weiterer Ausflug führte uns nach Mora, wo jedes Jahr im Februar der unter Skiläufern bekannte Vasalauf stattfindet. 90 km von Sälen nach Mora, da nehmen in jedem Jahr ca. 15.000 Menschen teil. Wir waren im Vasaloppmuseum und haben Filme und Fotos gesehen, man kann sich das nicht vorstellen, wie sich die Tausenden da in die Loipen stürzen. 4 Stunden und wenige Minuten benötigen die schnellsten der Langläufern für die Strecke. Beeindruckend.  Es gibt natürlich auch Jugendläufe und Frauenläufe, aber die Königsklasse ist der o.g. 90 km Vasalauf. 

An einem weiteren Tag fuhren wir nach Falun, zur Kupfergrube. Diese gehört mittlerweile auch zum Unesco-Weltkulturerbe. Eine Grubenbesichtigung war mit Rollstuhl natürlich nicht möglich, aber die Tagebaugrube ist neuerdings mit einem 1,7 km langen Weg umgeben, den man mit Rollstuhl und ausreichend Schiebekraft gehen kann. Man hat dort immer wieder tolle Aussichten über die unterschiedlichen Farben in der Grube, (hier wurde und wird der Grundstoff für die rote Farbe gewonnen, mit der die meisten Holzhäuser hier angestrichen sind) außerdem kann man auf dem Weg noch das ein oder andere Gebäude mit alten Pumpen, Wasserrädern und so weiter ansehen. Das Museum ist auch rollstuhlgerecht und so hatten wir wieder einen interessanten Tag. Zum Abschluss fuhren wir noch zur Skischanze, welche aber für die Wintersaison erneuert wurde, so dass wir dort nur von unten ein Foto machten und bald weiterfuhren. 

Seit Freitag ist nun hier am Siljansee  die sog. Classic-Car-Week. Wir machten uns ja kein Bild davon, was das bedeutete. Classic Cars sind überwiegend amerikanische Schlitten aus den 50/60iger Jahren. Liebevoll gepflegt und gehätschelt und diese werden jeden Sommer eine Woche lang hier in der Gegend ausgefahren. Wir hätten auch nicht gedacht, wie viele es davon gibt. Am Samstag hat es uns dann auch gepackt und wir haben stundenlang an der Straße gesessen und dem nicht abreißen wollenden Strom von diesen Autos zugeschaut. Der Hauptveranstaltungsort ist Rättvik und die „Promenade“ der Autos geht vom Kreisverkehr am Ortseingang, über die Hauptstraße bis zum Kreisverkehr am Ortsausgang und immer so weiter in einer nicht endenden Karavane, in diesen Tagen spielt der Benzinpreis offenbar keine Rolle... Zwischendrin natürlich auch der  „normale“ Verkehr. Die meisten Wagen sind topgepflegt und glänzen in der Sonne. Es glänzt der Chrom und leuchten die Weißwandreifen, die Autos haben die herrlichsten Bonbonfarben, gelb, rosa, mintgrün, himmelblau, jüngere Modelle sind in knallrot oder orange mit aufgemalten Flammen oder tollen Airbrushes. Auch ein kurzes Regenschauer, hielt hier niemanden von der stundenlangen Rundfahrt ab, eilig wurden die Dächer der vielen Cabrios geschlossen, dort bald kam die Sonne wieder und die Dächer wurden wieder geöffnet. Viele der Fahrerinnen und Fahrer sind auch stilecht gekleidet, mit Petticoatkleidern, gepunkteten Haarbändern, die Männer tragen oft Stetsons. Natürlich gibt es überall Verkaufsstände und –buden mit Klamotten, Süßkram und was man halt so hat, bei solchen Festen. Uns hat es jedenfalls Spaß gemacht, zumal wir ja gar nicht wussten, was uns dort erwartete.

Was uns in Nusnäs erwartete, war uns von unseren früheren Reisen hierher bewusst. Dalapferdchen. Die meisten werden von euch werden sie schon mal irgendwo gesehen haben, denn sie tauchen eigentlich in jedem Schwedenreiseführer oder Bildband unweigerlich auf. Rotbemalte Holzpferdchen in jeder Größe, die man sich nur vorstellen kann. Sie werden hier in Nusnäs am Siljansee hergestellt. Es macht uns immer wieder Spaß, den Schnitzern und Malerinnen über die Schulter zu schauen und diese Unmengen von Pferdchen in vielen Farben, überwiegend jedoch rot, zu betrachten. 

Am Dienstag wollen wir nun ein Stück weit südwärts fahren und zwar bis Karlstad am Vänern. Wie es dort mit dem Internet klappen wird, wissen wir natürlich noch nicht.
Was uns in jedem Fall fehlen wird, ist die Schale voll frisch gepflückter Himbeeren, die wir jeden Morgen verspeisen. Diese wachsen hier nämlich direkt bei uns vorm Wohnwagen. Das begeistert uns jeden Morgen aufs Neue.

So, ihr Lieben, das war es wieder von uns, bleibt uns gewogen. Wir bedanken uns auch noch für die vielen Reaktionen auf unseren letzten Eintrag, das freut uns sehr. Bis bald und hej do, DuC

Samstag, 20. Juli 2013

Schwedensommer, Teil 1



Hejsan, ihr lieben Leserinnen und Leser,

nun wollen wir uns doch endlich mal aus Schweden melden. Wir hatten technische Probleme mit dem Internet. Aber dazu später.

Am 07.07. starteten wir unsere derzeitige Reise in Großenbrode an der Ostsee. Die Anfahrt über die A 1 dauerte länger, als wir gehofft hatten, da sich vor Hamburg ein LKW hingelegt hatte und wir deshalb in Bremen einen „kleinen“  Umweg über Walsrode und dann auf die A 7 nach Hamburg machen mussten. So kann es gehen. Aber wir hatten ja in der Folge Zeit, uns von der Anreise zu erholen. In Großenbrode blieben wir bei herrlichem Sommerwetter bis Mittwoch, den 10.07.2013.

An diesem Tag ging es weiter mit der Fähre nach Rødby in Dänemark und später über die Storebeltbrücke nach Schweden. Hier haben wir dann eine erste Übernachtung gehabt, sind aber am nächsten Tag gleich weitergefahren. Am Donnerstag, den 11.07. erreichten wir  unsere erste schwedische Etappe: Stockholm. Dieser Campingplatz war natürlich rappelvoll, gut dass wir vorgebucht hatten, sonst wären wir nicht draufgekommen. Das Wetter war nach wie vor super und so machten wir uns am nächsten Tag gleich mit der U-Bahn (heißt hier Tunnelbanan) auf den Weg Richtung Altstadt, Schloss etc. Wir hatten uns 4 Tage vorgenommen und hatten uns für diese Tage einen Plan gemacht, wie wir laufen wollten, damit wir nicht unnütz oft hin und her laufen. Wir wollten jetzt auch endlich mal einige Führungen und Besichtigungen machen, für die wir uns bisher nie Zeit genommen hatten. So begannen wir am ersten Tag gleich mit einer Führung durch den schwedischen Reichstag. Nach Sicherheitskontrollen wurden wir von unserer Führerin abgeholt und nach einigen Erklärungen gleich in den Plenarsaal gebracht. Natürlich war keine Sitzung, aber es war trotzdem mal interessant, dort auf der Empore zu sitzen und runter zu schauen, wo sonst die Politiker sitzen. Wir sahen noch einige andere Räumlichkeiten, u.a. einen Raum in dem Ausschusssitzungen stattfinden, oder einen der für repräsentative Zwecke benutzt wird. Nach einer sehr guten Stunde waren wir wieder draußen und bummelten jetzt erst mal durch die Altstadt. Am nachmittag sind wir dann noch in die Storkyrkan, die Domkirche gegangen. Hier fanden und finden Krönungen und königliche Hochzeiten statt. Das war jedoch weniger der Grund, warum wir dort reingegangen sind, sondern weil wir gerne mal die lebensgroße Skulptur „Hl. Georg mit dem Drachen“ sehen wollten, sie ist ganz aus Holz geschnitzt und mit Elchgeweihen (sie stellen die Zacken des Drachen dar) hergestellt.
Am Abend versuchten wir dann erstmals, auf dem Campingplatz gab es kostenlos WLan, ins Netz zu kommen, aber es gelang nicht. Das Smartphone klappte auf Anhieb dort, aber das Notebook wollte sich nicht mit dem dortigen Netz verbinden. Wir haben nach einigen Versuchen abgebrochen und es erst mal gelassen. 

Der nächste Tag, wieder bestes Wetter, brachte uns dann in eine andere Ecke Stockholms, wir liefen durch Geschäftsstraßen bis zur Olof Palme Straße und zu einer dort gelegenen Kirche. Einige von euch können sich sicher schon denken, was wir dort wollten. Richtig, wir suchten und fanden das Grab des schwedischen Sozialdemokraten Olof Palme, der hier 1986 hier ermordet wurde und dessen Mord bis heute nicht aufgeklärt wurde. Das wollten wir auch immer schon mal gemacht haben. Im weiteren Verlauf des Tages liefen wir über Östermalm, ein recht angesagtes Viertel, mit Boutiquen und schicken Geschäften und einer Markthalle, in der die Königin auch schon mal einkaufen gehen soll….. Am schönen Nybrokaj saßen wir eine gute Weile in der Sonne und beobachteten die vielen Fähren und Touristenboote, die hier ständig an – und ablegen.
Auch an diesem Abend starteten wir wieder vergebliche Versuche, ins Internet zu kommen, haben dann aber beschlossen, keine weitere Zeit mehr darauf zu verschwenden, sondern lieber über Alternativen nachzudenken. Zur Not konnten wir ja wenigstens übers Smartphone  unsere mails abfragen. 

Sonntags war es nicht gar so sonnig, aber es regnete nicht und wir hatten uns Södermalm oder auch nur „Söder“ vorgenommen. Die Krimifans unter euch wissen schon, da hat sowohl Kommissar Beck ermittelt, als auch die Milleniums-Trilogie stattgefunden. Also ein guter Grund für uns, dort ebenfalls rumzulaufen. Außerdem ist Söder auch ein schönes Stadtviertel, früher Arbeiterwohnviertel, heute aber mit vielen kleinen, ausgefallenen Geschäften und Cafés vor allem bei jungen Leuten sehr beliebt.  Nachmittags, die Sonne lachte wieder, gingen wir runter nach  Slussen, um von dort aus nochmals eine Runde durch Gamla Stan, die Altstadt, zu drehen. Hier ist immer eine Menge los. Touristen ohne Ende und man hört viele Sprachen und sieht Menschen aus allen Ecken und Enden der Welt. Macht also Spaß, dort lang zu laufen. 

Am Montag, unserem letzten Tag in Stockholm, fuhren wir mit der U-Bahn bis zum Stadhus (Rathaus). Hier haben wir dann wieder eine Führung mitgemacht. Zuerst kommt man in den sog. blauen Saal, der gar nicht blau, sondern ziegelrot ist. In diesem riesigen Saal findet jedes Jahr am 10. Dezember das Festbankett der Nobelpreisverleihung statt. Eine große Freitreppe führt vom oberen Geschoss runter in den Festsaal. Man sagt, der Architekt habe die Freitreppe extra so bauen lassen, dass Damen diese mit Ballkleid und Highheels herabschreiten können. Es soll sieben Modelle gegeben haben, auf denen die Ehefrau des Architekten tagelang mit Ballkleid und Highheels testete, welche Treppe am besten zu beschreiten war…… Wir fahren dann doch lieber mit dem Aufzug hoch und sehen oben weitere interessante Räume, u.a. den Hochzeitsraum, der so beliebt ist, dass man acht Monate Wartezeit hat, um hier getraut zu werden und dann kann man zwischen der Langversion (3Minuten) oder der Kurzversion (45 Sekunden) wählen und schon ist man verheiratet, anders wäre es nicht möglich, dem Andrang überhaupt Herr zu werden.  Der goldene Saal mutet auf den ersten Blick byzantinisch an, aber beim genauen Hinsehen, erkennt man in den 18 Mio. goldenen Mosaiksteinchen jede Menge schwedische Motive und Persönlichkeiten. Der Architekt war ein weitgereister Mann und so flossen eben viele seiner Eindrücke in den Bau des Rathauses ein. Das Ganze nennt man dann schwedische Nationalromantik. Auch hier verging die Zeit wie im Flug und bald waren wir wieder draußen in der Sonne. Den Rest des Tages haben wir dann mit Spaziergängen entlang der verschiedenen Anlegestellen der Fähren verbracht, uns immer wieder in die Sonne gesetzt und unsere Zeit hier genossen. Viel zu schnell kam die letzte U-Bahn-Fahrt nach Bredäng, wo unser Campingplatz lag. Jedoch freuten wir uns nun auch schon auf Dalarna unserem nächsten Ziel.

Dienstag, den 16.07. spannten wir also wieder an und fuhren 280 km weiter nach Nordosten, nach Mittelschweden an den Siljansee.
Der Campingplatz liegt unmittelbar am See und ist in Terrassen angelegt. Wir haben einen sehr schönen Platz recht weit unten am See bekommen, wir haben also freie Sicht, wenn wir morgens die Augen aufmachen, schauen wir gleich auf den See. Ein Traum.
Weniger traumhaft jedoch, dass wir auch hier nicht mit dem Notebook  ins WLan kommen können, nur mit dem Smartphone. Echt ärgerlich, aber wir haben jetzt eine Möglichkeit gefunden. In der Bibliothek von Leksand, dem nächsten Ort, gibt es ebenfalls WLan, und komischerweise möchte unser Notebook dort auch tun was es soll. So schreibe ich also diesen blog hier auf dem Campingplatz und will ihn dann von der dortigen WiFi-Zone aus versenden. (was auch klappt, wie man sieht).

Hier am Siljansee geht es natürlich bedeutend ruhiger und beschaulicher zu, als in Stockholm. Aber das haben wir ja auch so gewollt. Wir haben hier schon schöne Spaziergänge am See entlang und über einen Naturstig gemacht, aber wir sind hier auch gerne auf dem Campingplatz und machen einfach gar nichts, oder lesen oder genießen unsere tolle Aussicht. Hier werden wir noch eine ganze Weile bleiben. Ich hoffe, wir können berichten.
So, das war es von uns, habt alle einen schönen Sommer und seid gegrüßt von DuC

Freitag, 14. Juni 2013

Mosel Juni 2013



Hallo zusammen, gegen Ende unserer Reise an die Mosel wollen wir euch doch kurz berichten, wie es uns ergangen ist. 

Am Donnerstag, den 06.06. fuhren wir an den Gülser Moselbogen auf den Campingplatz gleichen Namens. Güls ist ein Stadtteil von Koblenz und der Campingplatz liegt hoch genug, um nicht von dem Hochwasser betroffen gewesen zu sein, welches ja auch teilweise den Rhein betroffen hatte, dazu später mehr.
Wir haben es langsam angehen lassen und sind in den ersten Tagen nur zum Einkaufen gefahren und sind zu Fuß vom Campingplatz in beide Richtungen die Mosel entlang gelaufen. Wir hatten dann auch zwei regnerische Tage, an denen wir uns u.a. damit beschäftigt haben, das mobile Internet ans Laufen zu kriegen, was gar nicht so einfach war, aber nach mehreren Anrufen bei der hotline klappte es dann. Jetzt konnten wir uns auch wieder darum kümmern, welche Plätze wir auf unserer Sommerreise durch Schweden aufsuchen wollen. 

Natürlich waren wir auch mehrmals in Koblenz. Das ist ja wirklich eine schöne Stadt, das hatten wir so gar nicht geahnt. Klar, das deutsche Eck, davon hatten wir schon gehört, Festung Ehrenbreitstein, natürlich auch. Aber die schöne Altstadt, die tolle Uferpromenade sowohl an Mosel als auch an Rhein und die Seilbahn rauf zur Festung Ehrenbreitstein mit dem BuGa-Gelände unten am Rhein und oben rund um die Festung, das haben wir so nicht gewusst. Und was uns besonders begeistert hat, dass alles sehr rollstuhlgerecht ist und es auch an entsprechenden Toiletten nicht mangelt und diese sogar in den Stadtplänen eingezeichnet sind und es sogar eine 5-seitige Broschüre für ein rollstuhlgerechtes Koblenz gibt. Das hat man nicht so oft.  Danke Koblenz.

Bei unserem ersten Besuch in Koblenz hatte der Rhein noch mächtig Hochwasser und rauschte gewaltig nach Norden. Man konnte ganz deutlich am deutschen Eck erkennen, wie sich die Mosel mit ihrem klarem Wasser mit dem Rhein, der aufgrund des Hochwassers flußaufwärts braun daher kam, vermischte.
Die Fahrt mit der Seilbahn, übrigens die größte in Deutschland, außerhalb der Alpen war  beeindruckend. Schöne, große Gondeln, die über den Rhein und zur Festung raufschweben. Oben angekommen, hat man die Wahl, zwischen den Gärten und Grünflächen der Bundesgartenschau 2011 und der Festung. Wir sind zuerst durch die Gärten gelaufen und haben auch das Aussichtsbauwerk erklommen, welches aus Holz, dreieckig über schräge Wege stetig aufwärts geht, bis man eine sagenhafte Aussicht über das deutsche Eck und den Rhein und die Mosel hat. Sodann sind wir in die Festung rein. Es ist ein gewaltiges Bauwerk mit zig Wehrgängen und Türmen, Innenhöfen undsoweiter. Was uns sehr beeindruckt hat, dass alles mit dem Rollstuhl erreichbar ist. Oftmals ist für Rollstuhlfahrer in Burgen nur der Innenhof, allenfalls noch die untere Etage via Rampe erreichbar. Hier nicht. Hier gibt es überall hin Aufzüge, bzw. Plattformlifte, die sich mit dem Eurokey (dem Toilettenschlüssel für öffentliche Toiletten, den eigentlich jeder Rollifahrer hat) betätigen lassen. Genial. So konnte D. bequem per Plattformlift über die steilen und holprigen Kopfsteinpflasterwege nach oben kommen und ich musste nicht so schuften, bzw. die Wege waren teilweise so steil, dass D. unten gewartet hätte. An und in allen anderen Gebäudeteilen hatte man Aufzüge installiert, die sich auch gut in die alte Bausubstanz einfügten. Dies versetzte uns die Lage vom Fahnenturm ganz oben, bis zur Ausgrabung ganz unten, alles ansehen zu können. In der Ausgrabung wurde eine beeindruckende Multimediapräsentation gezeigt, die einem die wechselvolle Geschichte der Festung näherbringt. Verschiedene weitere Ausstellungen ließen die Zeit wie im Flug vergehen und schon war es an der Zeit, mit der Seilbahn wieder nach Koblenz runterzuschweben. Die Seilbahn soll jetzt wieder abgebaut werden, da die Unesco das so möchte. Die Bahn verschandelt nämlich das gesamte 65-km  lange obere Mittelrheintal, welches zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Da mag sich jede/r seine/ihre eigene Meinung machen. 

Ein weiterer Ausflug brachte uns nach Kobern-Gondorf an der Mosel. Ein hübsches, kleines Örtchen voller Weinlokale in schönen Häusern rund um einen alten Marktplatz. Direkt hinterm Dorf gehen die steilen Weinberge los und es beeindruckt uns immer wieder, mit wie viel Mühe hier der Wein angebaut wird, den unsereins so gerne trinkt. Große Erntemaschinen, wie wir sie aus dem Elsass kennen, können hier gar nicht zum Einsatz gebracht werden, da ist doch weitgehend Handarbeit gefragt. Die Hänge sind so steil, dass teilweise nur 2-3 Reihen der Rebstöcke nebeneinander sehen, dann geht es schon wieder eine Stufe höher.
Jetzt bleiben uns noch zwei Tage an diesem schönen Fleckchen Erde und dann geht es wieder nach Hause.

Macht es erstmal alle gut, wir melden uns wieder. Bis bald DuC

Dienstag, 21. Mai 2013

Frühling in Ostfriesland, Teil II



Hallo zusammen, 

wir melden uns wieder von zuhause. Seit Sonntag sind wir wieder zurück. Die Zeit nach unserem letzten Eintrag verging wie im Flug. Mit dem langen Wochenende kamen ja die Eisheiligen und damit leider auch in Ostfriesland kühleres Wetter. Man brauchte jetzt wieder den Anorak und wer einen Schal oder eine Kappe hatte, war auch gut dran. Uns hat das ja nicht davon abgehalten, rauszugehen und uns draußen aufzuhalten. Einmal sind wir jedoch fies nass geworden, war jedoch auch eigene Dummheit, da wir –im Hafen sitzend und begeistert von der schönen Atmosphäre dort- die Wolken nicht weiter beobachtet hatten. Es hatte an diesem Tag auch öfters schon mal geschauert und wir hatten dann nicht mitbekommen, dass dies mehr als ein Schauer war, was da aufzog. Nun denn, es begann recht harmlos und wir schützten uns zunächst mit Schirm und Strandkorb, aber es wurde immer mehr und es sah auch nicht mehr nach baldiger Besserung aus. Also:  Kapuze auf, Augen zu und durch. Mit meinem flottesten Schritt den kürzesten Weg gegangen und so kamen wir dann moderat durchnässt im Wohnwagen an. Aber man hat ja Handtücher, eine Heizung und heißen Tee und so war es dann gar nicht so schlimm. An den nächsten Tagen haben wir dann auch besser aufgepasst. 

Sonntag, den 12.05. sind wir nach Wilhelmshaven gefahren und haben uns das Weltnaturerbe-Wattenmeerhaus angeguckt. Draußen regnete es mal mehr mal weniger, so haben wir uns ausgiebig über das Wattenmeer und seine Flora und Fauna schlau gemacht und in einer Sonderausstellung jede Menge über Wale gelernt. Am späteren Nachmittag kam dann doch noch die Sonne raus und so konnten wir noch schön an der Strandpromenade des Südstrandes spazieren gehen. Über Hooksiel, Horumersiel und Elisabethgroden sind wir dann nach Neuharlingersiel zurückgefahren. 

In den folgenden Tagen waren wir meistens in den schon beschriebenen Häfen Neuharlingersiel, Bensersiel und Harle/Carolinensiel unterwegs. Mal früher mal später am Tag, je nach Wetterlage. Ab Donnerstag vor Pfingsten füllte sich der Campingplatz dann wieder, um dann an Pfingsten vollends ausgebucht zu sein. Die Menschen, die nur für die Pfingsttage kamen, konnten einem echt leid tun, da sie wirklich kaltes, regnerisches Wetter hatten. Zumal es dann auch abends noch Gewitter und heftigen Regen gab. Wir sind am Sonntag nach Hause gefahren (war aber  so geplant und war nicht dem Wetter geschuldet) und werden für ca. 2 Wochen erstmal hier bleiben. Wir melden uns wieder, sobald wir was zu berichten haben. Bis dahin grüßen wir euch alle herzlich. Macht es gut, Grüße von DuC

Freitag, 10. Mai 2013

Frühling in Ostfriesland, Teil I



Hallo alle miteinander,
da sind wir also wieder. Dieses Mal zog es uns nach Ostfriesland, nach Neuharlingersiel. Hier waren wir schon mehr als 10 Jahren nicht mehr. Wir fuhren also am Freitag, den 03.05. los und kamen tatsächlich staufrei  hier an. Auch gab es, erstaunlicherweise, kaum Baustellen. Wir bezogen also unseren Platz, ganz am Rand des riesigen Campingplatzes mit Blick auf einen kleinen See. Auf diesem See ist eine Schar Wildgänse, die immer wieder aufsteigt und wieder landet. Das Geräusch was sie dabei  verursachen ist einzigartig und wir können gar nicht genug davon kriegen. Ebenso gibt es hier Campingenten. Wir nennen sie so, weil sie so zutraulich sind und immer zwischen den Wohnwagen rumwatscheln. Die, die immer bei uns vorbeischauen und von uns mit altem Brot gefüttert werden, haben wir sinnigerweise Daisy und Donald getauft…..

Am Samstag fuhren wir dann erstmal Vorräte einkaufen. Als wir uns danach im unendlichen Weltall auf die Suche nach dem Astra-Satelliten begaben, (will sagen, wir versuchten eine SAT-Schüssel aufzubauen und einzurichten) machte es auf einmal laut „Knall“ und da war am Rollstuhl ein Reifen geplatzt. Na super, Samstag Nachmittag, 16:00 Uhr und der Reifen platzt.  Das Team an der Campingrezeption bemühte sich, uns zu helfen und verwies uns auf einen Fahrradverleih. Anrufe bei Läden in Esens waren erfolglos, die hatten schon alle geschlossen. Aber der Fahrradverleih Klattenberg hier in Neuharlingersiel hat uns sehr engagiert geholfen. Der Schlauch den wir zuerst kauften, passte nicht, er war zu breit. Danach haben sie uns einen 22 Zoll Schlauch auf die Felge gebastelt, weil sie einen schmalen Schlauch in 24 Zoll nicht vorrätig hatten. Um 18:00 Uhr rollte der Rolli wieder und der Schlauch hat bis jetzt auch gehalten. Das war wirklich klasse, welche Unterstützung wir dort erfahren haben. Um die SAT-Schüssel haben wir uns an diesem Tag nicht mehr gekümmert.

Sonntag haben wir ganz einfach den Tag genossen, haben im malerischen Hafen  von Neuharlingersiel gesessen und die Fischkutter betrachtet.  Immer wieder sehenswert und fotogen.

Montag haben wir dann in Esens im Sanitätshaus einen passenden Schlauch gekauft (doppelter Preis wie im Fahrradladen….), sowie bei Aldi für 4 Wochen Internet, da das online-Aufladen leider auch nicht klappte. Dafür ist es uns dann endlich gelungen, im unendlichen Weltall den richtigen Astra-Satelliten zu finden…. Auch das will dann gelernt sein, aber wir sind ja noch lernfähig. 

Wir hatten bisher großes Glück mit dem Wetter und konnten jeden Tag viel Laufen, immer wieder gerne in den malerischen Hafen. Hier hat sich in den letzten Jahren einiges verändert, so zum Beispiel die Molen am Hafen von Neuharlingersiel, auf die man jetzt mit dem Rollstuhl wunderbar fahren kann, früher war das nicht möglich.
Am Mittwoch ist es dann richtig voll geworden, hier auf dem Campingplatz, denn es ist Himmelfahrt und Brückentag und so kamen die Karavanen von Caravanen. Donald und Daisy wird es freuen, finden sich doch jetzt sicherlich noch mehr Camper, die es Stückchen Brot für sie übrig haben. 

Am Himmelfahrtstag fuhren wir dann nach Harlesiel und liefen zu Fuß an der Harlepromenade entlang nach Carolinensiel zu dem schönen Museumshafen mit seinen malerischen Booten. Dieser Weg ist immer wieder schön zu gehen und jetzt wo die Osterglocken und Löwenzähne leuchtend gelb und die Tulpen, ebenso leuchtend, rot blühen, erst recht.

So, das war es erstmal wieder von uns. Uns geht es hier im Norden sehr gut und wir freuen uns weiterhin über unsere freie Zeit. Bis zum nächsten Mal, alles Liebe von Duc